Tipps aus Omis Zeiten

Bräuche und Traditionen

Rummelpattlaufen

In einigen Gebieten von Schleswig-Holstein und Niedersachsen verkleiden sich die Kinder und laufen am Silvesterabend Rummelpott, meist zwischen 17 und 19 Uhr. Vor den Haustüren der Nachbarschaft bringt zu überlieferten plattdeutschen Rummelpottliedern, das traditionell inzwischen sehr selten eingesetzte Instrument Rummelpott (auch Brummtopf) - ein mit einer Schweinsblase überspannter Topf - durch Reiben am Schilfrohr in dessen Mitte quäkende Klänge zustande. Die Kinder bekommen an der Haustür Süßigkeiten, Obst und heute auch Geld.

Später am Abend ertönen Rummelpottlieder 2 Oktaven tiefer. Und die singenden Jugendlichen legen mehr Wert auf "flüssige Gaben".

Ursprung war es ein germanischer Brauch - um die Geister zu vertreiben.

Nun einige Lieder dazu,

Ik bin en lütten König
giv mi nich so wenig
lot mi nich so lange stohn
denn ik mut noch wider gohn
mut noch ganz nach Bremen
Bremen is ne grode Stagt
giv mi all de Lüd wat
mi wat, di wat, all de lütten Kinner wat.

"Rummel Rummel rusch
De Neger sit in´n Busch
Gif mi eenen Appelkoken
Oder eene Wursch
Is de Wursch to kleen
Gif mi twee för een
Een Hus wider wohnt de Snider
Een Huus achter wohnt de Schlachter
Een Huus achteran wohnt de lütje Wiehnachtsmann"
- eingeschickt von Fritz Eckert, Hetlingen -
"Ich bin ein armer König,
gib´ mir nicht zu wenig,
lass´ mich nicht zu lange steh´n,
denn ich muss noch weiter geh´n.."

Eines der ältesten Lieder ist:

"Fruken, mok de Dör op, de Rummelpott rin.
Dor kümmt een Schipp ut Holland,
de hett keen gooden Wind.
Schipper, wist du wieken,
Bootsmann, wist du strieken,
sett de Segel opp de Topp
und giff mi wat in´n Rummelpott."

Ein Text aus dem Schleswigschen:

"Rummel, rummel rögen, gif mi´n beten in´n Pöten,
lat mi ni to lang stahn, ik mutt noch´n Hus wieder gahn.
Dat es för de Elerpenn, dat ist för dat Geldten.
Hebbt wi nix, denn jürkt uns de Finger ok nix."

Vermutlich ein Potpourri:

Lieschen, mak de Dör op
lat den Rummelpott rin.
Wenn dat Schipp vun Holland
kümmt, hett dat wat in Sinn.
een, twee, dree, veer,
wenn dat man´n Pfennig weer.
Hau de Kat den Steert aff,
hau en nich to lang aff,
latt´n lüttn Stummel stahn,
denn wi wüllt noch wiedergahn.
Baben in dat Rookhus
Hängt de lange Mettwust.
Sünd se´n beeten fett,
veel beeter se uns smeckt,
sünd se´n beeten kleen,
gifft dat twee för een.
Oldjohr, Neejohr,
Mudder, sind de Förten gar.
Widden Tweern, swarten Tweern,
düsse Frau, de geev recht gern

Wenn die Sänger eine Gabe erhalten haben, singen sie:

"Hau de Katt de Schwanz aff
hau em nich to lang aff,
lat en lüdden Stummel stahn,
dat de Katt kann wieder gahn."
"Ik seh de Schosteen roken,
un all de Appelkoken
schwimmen in dat Fett.
Un sünd se´n beten kleen,
so gifft da twee för een;
un sünd se´n beten groot,
so hett dat ok keen Not.

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